August Natterer (1868-1933): Wunder-Hirthe (II), Sammlung Prinzhorn, Heidelberg
August Natterer (1868-1933): Wunder-Hirthe (II), Sammlung Prinzhorn, Heidelberg

Die Sammlung Prinzhorn und Berlin

Die Sammlung Prinzhorn, der weltberühmte Fundus von Kunst, die in Anstalten entstanden ist, gibt seit 2001 im eigenen Heidelberger Museum Einblick in ihre Bestände. Bei den wechselnden Ausstellungen ist der Publikumszuspruch begeistert und konstant, aber wegen der geographischen Lage begrenzt. Schon seit geraumer Zeit reift daher die Idee, die Ausstellungen der Sammlung regelmäßig auch in einer deutschen Großstadt zu präsentieren, bevorzugt in Berlin. >...

Die Grenzen in der Kunst zwischen „inside“ und „outside“, zwischen etablierter Kunst und Außenseiterkunst, sind seit geraumer Zeit nicht mehr eindeutig definiert. Das macht die Gründung des Hauses für Außenseiterkunst – Prinzhorn in Berlin besonders attraktiv und könnte eine wichtige Rolle in dieser Auseinandersetzung spielen. Hier soll die Kunst von Menschen, deren Werke normalerweise nicht den Weg in die Galerien oder Museen finden, besonders gewertschätzt und gefördert werden.

Die Entdeckung der Outsider Art durch die zeitgenössische Kunst ist zu einem international wichtigen Thema geworden. Dies zeigt die 2013 in der Londoner Hayward Gallery veranstaltete große Ausstellung von Outsider Art-Künstlern und die Biennale in Venedig mit vier Außen­seiter­künstler, die wie selbstverständlich im Kanon zeitgenössischer Kunst vorgestellt werden.

Inzwischen zeigen sich selbst die staatliche Kulturhilfe und große Kunst-Stiftungen aufgeschlossen für Outsider Art.  So hat die Kulturstiftung der Länder ein Ausstellungsprojekt der Sammlung Prinzhorn unterstützt und die Ernst von Siemens Kunststiftung München beim Ankauf von Outsider Art für ein Museum geholfen.